Abnahme in Vechta: Deponie Tonnenmoor mit
geologger® nachgerüstet

 Deponie Tonnenmoor II in Vechta, Los2:


 

Im Dezember 2006 war es soweit: Die auf einer 40.000 qm großen Fläche der Deponie Tonnenmoor installierte geologger®- Anlage wurde in Anwesenheit von Vertretern des Bauherrn, der beteiligten Überwachungsbehörde und –institute, der Bauunternehmung und des Planungsbüros abgenommen und anschließend dem Bauherrn selbst übergeben. Dieses neue Dichtungskontrollsystem ist Bestandteil eines 103.000 qm großen Deponiesicherungsprojekts. Die Deponie Tonnenmoor wird künftig mit einer einlagigen, „aktiven“ Sicherheitsdichtung ausgerüstet sein. Diese spezielle Abdichtung besteht aus einer mit geologger überwachten Kunststoffdichtungsbahn. Das „Los 1“ wird ab dem Frühjahr 2007 auf einer Fläche von 63.000 qm realisiert. Dieser Bauabschnitt verfügt bisher über kein Oberflächenabdichtungssystem; das Elektrodensystem wird hier aus baubetrieblichen Gründen „klassisch“ verlegt, dass heißt unterhalb (Messelektroden) bzw. oberhalb (Gegenelektroden) der Dichtungsbahn. Durch die im Rahmen der Bauausführung vorgesehene Verschweißung der bereits verlegten HDPE-Bahn des „Loses 2“ mit der noch zu verlegenden KDB des „Loses 1“ im Plateaubereich der Abdichtungsfläche erhält die Deponie eine durchgehend abgedichtete und überwachte Oberflächenabdichtung.


Das in Vechta abgenommene Dichtungskontrollsystem ist eine besondere Anwendungsvariante von geologger®Erstmals wurde der Einbau eines Dichtungskontrollsystems als Nachrüstung einer bereits bestehenden Oberflächenabdichtung mit einer KDB (2,5 mm BAM) vorgenommen: So wurde eine Qualifizierung der bisher temporären Abdichtung zu einer endgültigen Sicherung erreicht. Dafür musste eine Messelelektrodenanordnung (Mess- und Gegenelektroden) entwickelt werden, die eine für die Kunststoffdichtungsbahn beschädigungsfreie Verlegung „von oben“ ermöglicht. Dies war gemeinsam mit der grundsätzlichen Funktionsfähigkeit die wesentliche Voraussetzung für die Erteilung der behördlichen Genehmigungen für das gewählte Abdichtungssystem. Zusätzliche Entscheidungskriterien waren eine baupraktische Konstruktion der geologger®-Komponenten, die eine kurze Bauausführungszeit ermöglichen, sowie eine Systemlanglebigkeit und -reparierbarkeit.


Die neuartige geologger-Anwendung wurde von PROGEO in enger Abstimmung mit dem Bauherrn und seinem Fachplaner sowie den zuständigen Genehmigungsbehörden erarbeitet und zur Ausführungsreife gebracht. Neben theoretischen Aspekten spielten hierbei vor allem die praktischen Ergebnisse aus dem Betrieb eigens dazu angelegter Testfelder auf dem PROGEO-Gelände in Großbeeren bei Berlin eine wichtige Rolle.


Im Zuge der Bauausführung erfolgte die Verlegung der Elektrodenkabel in 0,80 m tiefen Kabelgräben (B = 0,30 m), die im Abstand von 5 m hergestellt wurden, um das in der Genehmigung geforderte Messpunktgitter von 5 x 5 m zu gewährleisten. Zur Vermeidung von Beschädigungen der Kunststoffdichtungsbahn war ein Sicherheitsabstand der Kabel zur Oberkante der Dichtungsbahn von 0,20 m unbedingt einzuhalten. Hierzu wurde der Löffel des Aushubbaggers mit einer speziellen Konstruktion versehen, die ein zu tiefes Eindringen des Aushublöffels in die 1,00 m mächtige Rekultivierungsschicht verhinderte. Zum Schutz der Messkabel vor Beschädigungen durch erwartete grobstückige und scharfkantige Bestandteile in der Rekultivierungsschicht erfolgte deren Verlegung in einem Sandbett von 0,20 m Stärke. Zur anschließenden weiteren Verfüllung des Kabelgrabens wurde das seitlich gelagerte Aushubmaterial verwendet. Die Gegenelektroden zur Erzeugung der elektrischen Spannung im Messfeld während des Messvorgangs wurden analog verlegt. Das erfolgte jedoch in gesonderten Kabelgräben (0,50 m Tiefe), die jeweils zwischen den Verlegetrassen der Messelektrodenkabel, parallel zu diesen verlaufend, angeordnet wurden.


Die Herstellung der endgültigen Deponieoberflächenabdichtung im Los 2 beanspruchte einschließlich der betriebsbereiten geologger®-Anlage und den erforderlichen Erdbauarbeiten (Kabelgräben, Deponierandgestaltung, Probefeld) gerade einmal acht Wochen. Eine beachtenswert kurze Bauzeit, wenn man bedenkt, dass die Bauausführung ausschließlich im Böschungsbereich (Neigung 1: 2,5 - 1:3) bei häufig ungünstigen Witterungsbedingungen erfolgte.


Für PROGEO ist der erfolgreiche Abschluss dieses innovativen geologger-Einsatzes ein weiterer Schritt zur Etablierung von Kunststoffdichtungsbahnen mit Dichtungskontrollsystemen („aktive Sicherheitsdichtung“) als zukunftsweisende Methode zur wirtschaftlichen, effektiven und jederzeit nachweisbaren Sicherung umweltgefährdender Standorte. „Wir sind davon überzeugt, dass das in Vechta umgesetzte Konzept für viele Deponiebetreiber, die sich in der Vergangenheit aus unterschiedlichen Gründen zunächst für eine temporäre Oberflächensicherung ihres Standortes entschieden haben, hochinteressant ist. Isbesondere, wenn es gilt, Kosten sparend und effizient die Qualität einer endgültigen Oberflächenabdichtung zu erhalten“, zeigt sich PROGEO-Vertriebsleiter Martin Busse von den guten Marktchancen der neuen geologger-Variante überzeugt. „Die erkennbare positive Resonanz in der Fachwelt auf das Projekt in Vechta zeigt, dass sich hier ein interessanter Markt entwickeln lässt.“


Projektbeteiligte:


Bauherr: Abfallwirtschaftsgesellschaft mbH Vechta (AWV)
Fachplanung: Ingenieurbüro Frilling GmbH, Vechta
Genehmigungsbehörde: Staatliches Gewerbeaufsichtsamt Oldenburg
                                Staatliches Gewerbeaufsichtsamt Hildesheim, Zentrale Unterstützungsstelle 
                                Abfallwirtschaft und Gentechnik (ZUS AWG)
Bauausführung: Bauunternehmen Matthäi GmbH, Westerstede
Fremdprüfung Geotechnik: IGB Ingenieurgesellschaft mbH, Oldenburg
Fremdprüfung Kunststofftechnik: Ingenieurbüro Siebert und Knipschild, Oststeinbek
Dichtungskontrollsystem: PROGEO Monitoring GmbH, Großbeeren